Mitmach-Web?

Der Blog von CHIP-Chefredakteur Thomas Pyczak ist ab sofort in meinem RSS-Reader. Manchmal tut es einfach gut, seine Meinung bestätigt zu sehen.

Im Editorial zu Juni-Ausgabe stellt er sich die Frage Wer macht mit im Mitmach-Web?. Essenz der Übelegungen: Das Mitmach-Web ist größtenteils ein Konsumer- denn ein Produzenten-Web: “Auf YouTube laden nur 0,16 Prozent der Besucher Videos hoch, bei Flickr ist es fast der gleiche Wer (0,2 Prozent). Die höchsten User-Aktivitäten verzeichnet Wikipedia. Dort werden 4,6 Prozent aller Besuche zum Editieren genutzt … Laut Hitwise sind die Visits im Mitmach-Web massiv gestiegen - um 668 Prozent in den letzten zwei Jahren. Mittlerweile machen sie bereits 12 prozent der gesamten Internet-Aktivitäten der US-Bürger aus.”

Überrascht hat mich wirklich nur der hohe Wert bei Wikipedia. Web 2.0 ist für mich nur ein Wortgebilde, eine Neuschöpfung von Verleger Tim O´Reilly, die fast krampfhaft mit Inhalt gefüllt werden muss. Parallelen mit dem Unwort Ich AG (in der Realität gefloppt) drängen sich auf. Schon die Definition von Web 2.0 scheitert. Technologisch hat Web 2.0 nicht viel neues zu bieten. Das einzig sinnvoll neue, das mir einfällt ist RSS (OK, XML-Datenaustausch is auch schon ein paar Jahre alt). Weblogs? Eine Mischung aus Gästebuch und Forum. Vielleicht Wiki, von den Tomorrow-Lesern (Ausgabe 6/2007) mit 50 Prozent zum “revolutionärsten Web 2.0 Dienst” gekürt? Wiki ist eine Uralt-Technik, je nach Leseweise aus dem Jahr 1990 oder 1995. Was macht also Web 2.0 aus? Ich sage die enorm gewachsene Brandbreite, der billige Zugang zum Information Highway (Hand hoch, wer sich noch an dieses Buzz Word erinnern kann!) - Wie sonst wären YouTube oder Flickr denkbar? Web 2.0 ist also billiges (natürlich nur im Übertragenen Sinne) Internet.

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