Gibt es überhaupt seriöse SEOs?
“Es ist einfach sehr schwer, einen seriösen SEO zu finden … ” Diesen Seufzer habe ich nicht nur einmal gehört. Und es ist wirklich keine leichte Aufgabe. SEO darf sich erstmal jeder nennen. Im Normalfall verfügt ein SEO eine von ihm entwickelte Strategie, um Suchmaschinen zu beeinflussen (nennen wir es bei Namen). Damit hat es sich aber schon an Gemeinsamkeit.
Wer seriös und unseriös ist, hängt immer von der Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen ab. Diese Frage ist also immer individuell zu klären, daher beschränken sich meine Gedanken darauf zu beschreiben, wer sich den alles so SEO nennt und auf welche Art SEO ein potentieller Auftraggeber treffen kann.
Der überwiegende Teil der Menschen, die sich als SEO bezeichnen, betreiben diese Handwerkskunst für sich selbst, d.h. sie haben ein oder mehrere Webprojekte, die sie in den Suchergebnissen gut platziert sehen möchten. Es gibt sicherlich einige, die mit diesen Projekten nicht einmal Geld verdienen möchten. Für diese Gruppe ist SEO eben ein kostengünstiges Werbeinstrument, da ausser der eigenen Arbeitszeit kaum finanzieller Aufwand notwendig ist. Dann gibt es den weitaus größeren Teil, der das Ergebnis seiner Mühen am Kontostand ablesen möchte. Betreiber von Online-Shops gehören ebenfalls dazu wie Webmaster, die auf ihren Projekten Werbung (Banner, Affili, Adsense etc.) anbringen. Suchmaschinenoptimierung ist allerdings für alle bisher genannten Gruppen (es soll Ausnahmen geben, die mir allerdings bis heute unbekannt sind) immer nur ein Baustein.
Lediglich eine Handvoll aus den genannten Gruppen können wirklich von ihren eigenen Projekten leben - auch das muss einmal deutlich gesagt werden. Also bieten einige, quasi als zweites Standbein, Suchmaschinenoptimierung an. Das ist der eine Personenkreis, auf den ein potentieller Auftraggeber treffen kann. Die Problematik ist hier, dass diese SEOs eigentlich keine Dienstleister sein möchten, sondern dies nur als zeitliche Übergangslösung ansehen. Das kann sich auf deren SEO-Leistung niederschlagen, muss aber nicht. Aufpassen sollte man als Auftraggeber allerdings, ob sein SEO nicht zufällig eigene Projekte in der gleichen Branche aufbaut. Interessenskonflikte sind in diesem Fall vorprogrammiert.
Eine ganz spezielle, aber leider nicht wenig verbreitete Art von SEO sind sogenannte Black Hats. Diese SEOs ist jedes Mittel recht, um mit ihren Webprojekten Geld zu verdienen. Sie wenden Methoden an, die gegen die Richtlinien der großen Suchmaschinen verstoßen, teilweise sogar gegen bestehende Gesetze. Leider ist es für einen SEO-Laien nur schwer zu erkennen, ob es sich bei einen SEO um einen Black Hat handelt oder nicht. Abgesehen von der Gefahr, dass dieser ebenfalls Black Hat Methoden zur Optimierung der Kundenseite (mit allen daraus folgenden Konsequenzen) anwendet, kann dem Auftraggeber alleine dadurch, dass ein Black Hat beauftragt wurde, ein Image Schaden entstehen. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Black Hat zu stoßen, der sich als SEO-Dienstleister verdingen möchte, ist sehr gering. Diesen Schritt gehen nur sehr dreiste Exemplare dieser Gattung.
Kennzeichen aller bisher genannten SEO ist die Tatsache, dass sie in einem nicht unerheblichen Umfang Suchmaschinenoptimierung für eigene Projekte betreiben. Anders sieht es bei den folgenden SEO-Gruppen aus, deren Kernkonpetenz die Dienstleistung ist.
Viele Web- und Werbeagenturen bieten inzwischen suchmaschinenoptimiertes Design an. Das Ergebnis ist mehr oder weniger optimal. Für Suchmaschinen optimiertes Webdesign sollte allerdings Standard sein und nicht zusätzlich bezahlt werden müssen. Das Design (Onpage Optimierung) ist auch nur der kleinere Teil der Suchmaschinenoptimierung. Der weitaus wichtigere Teil, die Offpage Optimierung (auch Linkaufbau, Linkbuilding), haben diese meist nicht im Angebot. In den wenigsten Fällen sind Web-/Werbeagenturen Fullservice-SEO.
Online Marketing Agenturen haben meist einen bunte Strauß an Werbemöglichkeiten im Angebot, Suchmaschinenoptimierung wird eher selten angeboten. Selbst bei ausgewiesene Suchmaschinenmarketing Agenturen liegt meist der Focus auf bezahlte Werbung (Google Adwords, Yahoo! Sponsored Links), nicht auf Optimierung. Allerdings arbeiten diese Agenturen zumindest mit einen externen Berater zusammen, der auf Anfrage die SEO Dienstleistungen übernimmt, falls keine festangestellten Mitarbeiter auf SEO spezialisiert sind.
Auf Suchmascheinenoptimpierung spezialisierte Einzelkämpfer (ohne große Eigenprojekte) sind in Deutschland rar und werben in den seltensten Fällen offen für ihre Dienstleistungen. Auf einen solchen SEO durch Zufall zu stoßen ist eher selten. Gute Berater leben meist von Empfehlungen.
NACHTRAG: Danke für die positiven Hinweis im Podcast.
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Kommentare
Es ist wirklich ein Problem. Solche Hobby-SEO bringen die ganze Branche in Verruf. man glaubt gar nicht wie viel Überzeugungsarbeit ein seriöser SEO inzwischen leisten muss - nicht dass man SEO kann, sondern dass man mit sauberen Mitteln arbeitet. Daher ist es wirklick goldwert, wenn ein zufriedener Kunde eine Empfehlung ausspricht.
Das Problem mit dem Thema SEO ist doch das, dass es mehr Unseriöse-Seo-Möchtegerns gibt als Seriöse Menschen die SEO sehr erfolgreich aber vorallem SERIÖS betreiben. ;)
Also bieten einige, quasi als zweites Standbein, Suchmaschinenoptimierung an
Zu dieser Gruppierung zähle ich mich im Moment. Allerdings erschreckt es mir, dass SEOs, welche für auftragsbezogen für Firmen arbeiten versuchen mit Kommentarspam Backlinks zu sammeln.
Dies erinnert mich stark an deinen Post von gestern.
Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Qualität auf lange Sicht einfach auszahlt.
Ich habe ja nicht gesagt dass SEO, die Optimierung anbieten, unseriös sind. Ich habe eben nicht selten gehört, dass SEO auf diese Weise mitten in der Optimierungsphase “abhanden kommen”, weil sie die Lust verlieren oder das Eigengeschäft zu gut läuft.
Und das mit Kommentarspam ist unseriös. Eindeutig.
Sehr guter Artikel - auf die gleichen Probleme stoße ich auch. Wobei habe jetzt endlich einen SEO gefunden dem ich vertrauen kann ;)
Grüße aus dem sonnigen Baden
Mark
Ein guter Freund von mir hat zu diesem Thema auch eine kleine Geschichte geschrieben, zu finden unter:
Ich befasse mich auch mit dem Thema SEO aber würde mich nie als SEO ausgeben ohne wirklich zu zeigen was ich kann.
Teilweise ist es wirklich zum Kotzen, was sich alles als SEO bezeichnet. Und am schlimmsten sind diese Super-Dupa-SEO, die keine eigenen Ideen haben und nur kopieren.
Seriöse SEOs zu finden ist kein leichtes unterfangen doch auch noch richtig gute seriöse SEOs zu bekommen ist fast unmöglich, da diese sich eigentlich weniger auf dem normalen “freien” Markt tummeln, die agieren meist im Hintergrund oder pushen nur ihre eigenen Projekte (bringt ja auch mehr).
Zum lachen finde ich jedoch einige selbsternannten SEOs, die sich u.a. auch bei Xing tummeln und dort den “Meister” raushängen lassen und im Endeffekt null Ahnung von dem haben, was sie da vom Stapel lassen. Die wurden bisher nur noch nicht geteert & gefedert da in den Foren wo die sich aufhalten meist nur Leute sind, die noch weniger Ahnung von der Materie haben und sich so leichter “blenden” lassen…
Nice Artikel Matthias, du gehörst jedenfalls zu den “guten” ;-)
Mit dem Artikel hast Du vollkommen recht, es gibt schwarze Schafe unter den Seo`s…
Ich bin echt droh, dass ich nicht auf der Kundenseite bin, die Wahl eines SEO ist tatsächlich nicht einfach.
Hinzufügen sollte man meiner meinung nach noch, dass man eigentlich hier mehr auf Empfehlungen von Freunden/ Geschäftspartnern hören sollte, zumindest solche, die schon selbst mit den Agenturen/ Einzelpersonen Erfahrung gemacht haben. Die meisten guten Suchmaschinenoptimierer können sich tatsächlich kaum vor Aufträgen retten und haben es im grunde auch nichtmehr nötig Werbung dafür zu machen.
Dan muss ich auch zustimmen, Du gehörst definitiv zu den guten Seo`s und Projektpartnern, also alle Daumen hoch :)
Nö. Wenn man einen Suchmaschinenoptimierer brauch, dann nur weil man jemanden brauch der weiss wie man bei der Anwendung von schmutzigen Tricks nicht erwischt wird. Bei allem was erlaubt ist, darf man sich auf Webdesigner und Texter verlasser.
Und ist doch klar, daß man keine guten käuflichen Seos findet. Selbst der schlechteste “Blackhat” Seo holt aus eigenen Projekten hundertmal mehr Gewinn raus, als ein ein Kunde je bereit wäre zu zahlen.
Also wenn man nur Blackhats brauch, diese sich aber nicht zur Verfügung stellen, wer bleibt dann noch.
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Zumindest sehe ich das schon länger so, weil ich davon ausging, dass künstliches Linkbuilding gegen die Richtlinien verstossen würde. Wenn Linkbuilding erlaubt ist, dann würd ich das natürlich nem Suchmaschinenoptimierer überlassen.
@Matin Ach komm. Pflege nur weiter den Mythos von gut verdienenden Blackhats. Die wirklich in Deutschland ausschließlich davon Leben kannst Du an beiden Händen abzählen. Nur nicht glauben was Möchtegerns erzählen, sondern ein bisserl an der Fassade kratzen. Da sitzt dann einer vor mir, mit einem vier Jahre alten Laptop (nichts gegen Sparsamkeit) bei dem die CTRL Taste nicht mehr geht und will mir erzählen dass er 5.000 Euro nach Steuern verdient. Genau.
Ausserdem hast Du einen Bruch in der Argmentationskette: Blackhats arbeiten mit gefährlichen Methoden, teilweise sogar in Deutschland strafbar. Welches Unternehmen bitte soll sich darauf einlassen?!
Und noch zu Deiner Aussage, Black hat wären “besser”. Wer ist wohl besser: Jemand der sich an die Regel hält und gewinnt oder jemand der sich nicht daran hält und vielleicht für eine kurze Zeit einen Vorsprung hat?
Irgendwie wiss was Du da vom Stapel gelassen hast. Aber ich habe den Kommentar gerne veröffentlicht, weil es wirklich die Denkstruktur mancher SEOs zeigt.
Also ich sehe mich ehrlich gesagt nicht als Optimierer (habe nur grundsätzliches Basiswissen, im Endeffekt nur das was in den Googletipps für Webmaster steht) und habe überhaupt keinen Kontakt zu Optimierern und nur ganz selten mal in diversen Foren mitgelesen. Daher kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen. Und die sagt mir, daß wenn ich schon davon Leben kann, es jeder Andere ernsthafte Seo mindestens genauso gut können muss.
Es gibt echt Methoden, die strafbar sind? Wow. Wie gesagt, habe nur wenig Ahnung.
Najo, vielleicht verstehe ich die Begriffe auch nicht so richtig. Blackhat ist für mich, wenn gegen die Richtlinien verstossen wird. Da bleibt einfach nicht mehr viel übrig, was man noch machen könnte, sofern der Webdesigner und der Texter was von ihrem Job verstehen. Oder?
Oder der Job des Optimierer ist einfach nur das auszubaden was Webdesigner und Texter verbockt haben.
Aber sag doch mal was zum künstlichen Linkbuilding - macht ja quasi jeder ernsthafte Seo, oder? Und Linkbuildung wird laut Richtlinien wirklich toleriert? Ich dachte Google straft Linkverkäufer und Linktauschseiten schon seit ein paar Jahren gezielt ab.
Hallo Matin,
freilich gibt es natürliches Linkbuilding ebenso wie es Black Hat Methoden gibt, die gegen bestehende Gesetze verstoßen.
Bei mir meinte letzte Woche auch mal wieder einer, in einem Kommentar einen Deeplink hinter das Wort “Wanderschuh” zu verstekcen. Da es sich um eine größere Firma handelte, hab ich mal eine Mail an die Mailadresse im Impressum geschickt. Die Antwort kam einen Tag später: