3 Millionen Mitglieder? Kann sein, ich hab dort schon fast 1.000 Profile …
Sicherlich haben sich schon alle einmal gefragt, wie einige Projekte es schaffen aus dem Stand ein paar tausend User und mehr in der Datenbank zu haben. So viele Bekannte und Freunde kann niemand überreden sich zu registrieren. Ich lasse einmal “legalen Mitgliederkauf”, Glück und echte Interessenten (das gibt es tatsächlich!) aussen vor … und plaudere ein klein wenig aus dem Nähkästchen.
Vergangenes Jahr habe ich im Auftrag eines Bekannten über den Kauf eines Erotik-Chats verhandelt. Interessant war für meinen Bekannten vor allem der Mitgliederstamm. Wie sich in den Verhandlungen schnell herausstellte, waren nicht die (wohl hauptsächlich männlichen) Mitglieder der große Aktivposten, sondern das eigens entwickelte Chat-System. Es erlaubte den Mitarbeitern des Chat-Betreibers die Identität von 20 (wohl weiblichen) Chatpartnern gleichzeitig anzunehmen. Schön übersichtlich gestaltet, wie ich hinzufügen möchte. Der Deal kam übrigens nicht zustande. Die Software ging meines Wissens aber für 35.000 Euro weg, die Community wurde geschlossen (war keine europäische!).
Einfacher als bei einem Echtzeit-Chat funktioniert das faken bei Foren. Web 2.0 Communities und Dating-Börsen werfe ich der Einfachheit halber in die gleiche Schublade. Hier sollte das Backend gleich solche Features wie fliegender Wechsel zwischen verschiedenen Identitäten (gerne als Drop Down Menu) und Datumsmanipulation (mit “Zeitschaltuhr”) gleich eingebaut haben. Wenn es bei Foren um allgemeine Themen geht, können ein paar 400-Euro-Kräfte innerhalb eines Monats schon eine recht ansehnliche (Content-)Community aufziehen. Ist dem ein oder anderen vielleicht bei bestimmten Projekten aufgefallen, dass die Mitglieder der ersten Stunde nicht mehr aktiv sind … mhmmm. Die Aktivitäten müssen schon “natürlich” auslaufen. Ein oft begangener Fehler: Bilder, besonders bei Dating-Börsen. Köpfe aus sogenannten Royalty Free CDs fallen schon irgendwie auf (”Machst Du Werbung für die LBS?”).
Natürlich müssen Projekte irgendwann zum Selbstläufer werden, denn schließlich will man etwas verkaufen (Kostenpflichtige Mitgliedschaften, Dienstleistungen oder Werbeflächen). Also Geld aufsparen für das Marketing!
Ich glaube immer noch an das gute im Menschen und hoffe, dass die überwiegende Mehrheit der Chats, Communities, Foren und Social Media Platforms ohne diese Methoden auskommt.
Wichtig: Es gibt aber auch Projekte, zu denen kommen externe Faker als ungebetene Gäste. Noch vor dem MySpace-Hype hatte ich einen kurzen Chat mit einem Social Spammer aus den USA. Auf meine Frage, ob die Mitgliederzahlen von MySpace stimmen könnte bekam ich sinngemäß die Antwort, dass die Statistiken wohl schon hinkommen müssten, denn schließlich habe er schon fast 1.000 Profile am Start. Dating-Börsen haben ebenfalls durch die Bank mit Fakes zu kämpfen, die meist männliche Mitglieder z.B. auf erotische Online-Dienstleistungen aufmerksam machen sollen.
NACHTRAG Wenn ich das nächste Mal gefrustet bin, beschreibe ich einige Methoden vielleicht im Detail. Nicht dass irgendwelche Script-Kiddies das leichter nachmachen, sondern User und potentielle Käufer “gefakte” Communities leichter erkennen können.
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Kommentare
Naja wissen sollt mans schon vorallem wenn man ein Projekt kauft sonst ärgert man sich irgendwann extrem.
[…] Eine Ergänzung zu meinem Beitrag über “kreativen Community Aufbau“: Interessante Einblicke in die Welt der Single Börsen hat mir das Email eines Consultants (Identität bekannt und verifiziert) ermöglicht. Zumindest eine Single Börse scheint sich eine besondere Methode ausgedacht zu haben, den Mitgliederpool der Wettbewerber “anzuzapfen”: Mitarbeiter / freie Mitarbeiter melden sich bei den Wettbewerber an, kontaktieren dort möglichst viele Mitglieder, um diese auf die eigene Plattform zu ziehen … “Du hier bin ich sehr selten, aber bei XXX täglich online. Magst Dich nicht anmelden …” (Satz natürlich frei erfunden) … Also ich bezeichne solche Geschäftspraktiken als unseriös. Nicht zur Nachahmung empfohlen. […]

Hej das wäre dann mal guter Artikel in puncto “Wie erkenne ich gefakte Communitys” ! Musste mich auch damals viel damit rumschlagen, allerdings ist es ab und an die Frage was besser ist. Zu wissen das gefakte wurde, oder es nicht zu wissen.