Links im Dunklen sieht man nicht
Gestern sollte ich für eine Verlagsgesellschaft den Aufwand schätzen, um mit einer neuen Plattform zu einen Wettbewerber aufzuschließen, zumindest was die Sichtbarkeit in den Google-Suchergebnissen angeht.
Der erste Schritt für mich ist die Kurzanalyse der Backlinks: Daumen hoch, das ist machbar. Das Ranking scheint mit den Backlinks vereinbar. Würde sich hier ein Widerspruch ergeben, dann wäre auf der anderen Seite ein gewiefter SEO am Werk und der Job würde nun recht spannend werden, denn dann hätte der Mitbewerber Links versteckt.
Links aus dem eigenen Netzwerk des Wettbewerbers sind meist uninteressant, ausser ich lese in der robots.txt des Projektes, dass der Yahoo! Spider Slurp ausgesperrt wurde. Wer freiwillig auf bis zu fünf Prozent der möglichen Besucher über Suchmaschinen verzichtet, der hat etwas zu verbergen: Links.
Alle Backlinkchecker nutzen Yahoo! als Datenbasis, zumindest ist mir nichts Gegenteiliges bekannt. (Gut, da gibt es immer noch die Google-Abfrage, doch dort werden meist nicht die Links angezeigt, die man gerne vor der SEO-Öffentlichkeit verbergen würde.) Was also Slurp nicht finden darf, das existiert nicht.
Ich habe aber auch Verfeinerungen dieses Prinzips gesehen, da wird es dann bei der Analyse echt spannend:
Nehmen wir an unser Wettbewerber hätte eine Möglichkeit entdeckt, von einer Autorität auf etwas unkonventionelle Art einen Link abzugreifen.
- Würde er diesen direkt auf seine Cash Cow setzen, würden einige Marktbegleiter das innerhalb recht kurzer Zeit mitbekommen. Kein Wettbewerbsvorteil also, denn entweder haben bald alle Marktbegleiter diesen tollen Link oder die Betreiber der Autorität schließen die Lücke.
- Eine weitere Möglichkeit wäre bei einem kleinen Schwesternprojekt Yahoo! auszuschließen, eben dieses mit ein paar einfachen Links und zwei bis drei Links von Autoritäten zu verlinken. Natürlich bekommt von dort nur die Cash Cow Links. So bekommt die Cash Cow auf unsichtbare Weise einen großen Teil des Trust vererbt.
- Wer etwas Zeit und Gottvertrauen mitbringt, der kann den nach m.E. den Königsweg gehen: Den Link der Autorität setzt man dabei auf ein Schwesternprojekt. Das leitet den Link via 301 auf die Cash Cow. Das Linkziel auf dem Schwesternprojekt darf Sulrp nicht zugänglich sein. (Achtung: Zu viele 301 Links, dazu zeitversetzt gesetzt, sind verdächtig!)
Selbstverständlich kann man trotzdem hinter die Links des Schwesternprojektes kommen, nur eben mit unvergleichen Mehraufwand. Daher Augen auf bei der Backlinkanalyse. Meist sind die Links von kleinen, unverdächtigen Seiten die wirklich interessanten.
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Kommentare
Sehr interessant. Erstens der Ansatz der Firma und Deine Ausführungen.
Jetzt stellt sich aber für mich die folgende Frage: Wenn dieses Verfahren oft genutzt wird, wird dann Google es eventuell als Manipulation werten?! Immerhin kann der Google-Bot ebenfalls die robots.txt auslesen.
Warum sollte er dich abstrafen, wenn du Yahoo aussperrst? Früher war das gar nicht unüblich, wenn sich der Y! Bot immer an einer Seite festgefressen hat.
Man nutzt sowas auch nicht für alle Links, sondern nur für einmalig gute ;) Es gibt verschiedene Möglichkeiten Links zu verstecken. man sollte einfach ein wenig mischen…
Danke für diese kleine Einführung! ;-)