Gute Vorsätze für 2006 (2): Think of Hispanic

Welt der (Mutter)Sprachen

Aus internationaler Sicht sind die Hispanics mittelfristig die interessanteste Zielgruppe, nicht die Chinesen. Lassen wir die Fakten sprechen und sehen uns einmal (Quelle: Fischers Weltalmanach 2004) den Anteil der Muttersprachler an:

  1. 885 Mandarin (Chinesisch)
  2. 358 Spanisch
  3. 322 Englisch
  4. 200 Arabisch
  5. 189 Bengalisch
  6. 182 Hindi
  7. 190 Portugisisch
  8. 170 Russisch
  9. 125 Japanisch
  10. 098 Deutsch

Spanisch weltweit zweitwichtigste Sprache

Spanisch ist also weltweit gesehen die zweitwichtigste Sprache. Berücksichtigt man weiterhin, dass ein portugisisch sprechender Mensch geschriebenes Spanisch versteht (den Unterschied könnte man mit Bayerisch / Hochdeutsch vergleichen), wird dieser (Spach)Markt nur noch interessanter. Zu berücksichtigen ist auch, dass sich der spanisch bzw. portugisisch sprechende Anteil der Weltbevölkerung überproportional vergrößert (im Gegensatz zum chinesischen).

Spanisch schlägt Chinesisch

Aber die reine Anzahl von Menschen macht noch keinen attraktiven Markt. Warum also ausgerechnet den spanischen Teil der Weltbevölkerung beackern und nicht China oder Indien? Das Zauberwort heisst Bruttosozialprodukt pro Kopf. Hier liegen südamerikanische Länder wie Argentinien, Chile, Venezuela oder Uruguay beim VIERfachen des momentanen chinesischen. In Südamerika der Anteil der Internetzugänge um ein vielfaches höher als in China. Es wird Jahrzente dauern, bis China selbst mit einem konstanten Wirtschaftswachstum von 8 Prozent Südamerika (durschnittliches Wachstum: 2 - 3 Prozent) eingeholt haben wird. Alle “Großen” stürzen sich momentan auf China, das schafft Luft für die “Kleinen” auf dem spanisch-sprechenden Markt.

Der spanisch-sprachige Markt ist attraktiv

Der spanisch sprechende Markt umfasst nicht nur den größten Teil der süd- und (bisher nicht erwähnt) mittelamerikanischen Ländern, sondern auch Noramerika. Neben Mexiko (100 Millionen Einwohner) auch die USA. Offizielle Stellen reden von 27 Millionen sogenannter Hispanics, die tatsächliche Anzahl (geschätzt fast 40 Millionen) dürfte aber deutlich höher liegen.

US-Hispanics

Ist das nicht ein Potential (von einer Nische mag ich aufgrund der zahlen nun wirklich nicht reden), um das man sich unbedingt kümmern sollte? Ich werde es jedenfalls mit einem kleinen Projekt wagen, zugeschnitten auf den spanisch-sprechenden Anteil der US-Bevölkerung.

Weitere Artikel zu den Stichworten

Wenn Sie eine eigene Meinung dazu haben, schreiben Sie doch einen Kommentar. Oder vielleicht möchten Sie aktuell über neue Beiträge informiert werden, dann abonnieren Sie doch den Feed.

Kommentare

[…] Mehr Potential hat in meinen Augen die spanisch-sprechenden Zielgruppen, vor allem die us-amerikanischen Hispanics. […]

sehr gut und schluessig. kannst du denn zufällig spanisch oder wie möchtest du das ganze umsetzen?

Hallo Gerald! Spanisch kann ich lesen, aber sauber schreiben würde ich mir nicht so ohne weiteres zutrauen. Ich lasse mir die Texte von einem Hispanic glattbügeln und kulturell hinbiegen. Ohne Partner “vor Ort” würde ich mich da nicht drüber trauen …

[…] Und noch etwas ist mir aufgefallen: Dieses Portal gibt es in den Sprachen, Japanisch, Koreanisch und Spanisch. Bei Spanisch schwingt bei mir immer mit, dass es einer der aussichtsreichsten Märkte ist. […]

Hallo Matthias,

die Anzahl der Muttersprachler ist m.E. nicht die entscheidende Kennzahl für die Größenbestimmung der Zielgruppe. Man kann sich überlegen wieviele Menschen z.B. Englisch als zweite Sprache sprechen und - aufgrund der Masse der Informationen in dieser Sprache - englische Suchbegriffe benutzen.
Gleiches könnte für Hindi gelten, das locker von einer halben Milliarde Menschen verstanden wird. Hier gilt es allerdings die Störvariablen Alphabetisierung und Zugang zum Internet (Armut) zu bedenken.

Hi Thai,

die Anzahl der Muttersprachler ist der entscheidende Anteil. Suchst Du etwa zuerst alles in Englisch? Nein, Du suchst zuerst in Deiner Muttersprache. Genau so verhält es sich mit (fast) allen Menschen … Wenn Du jetzt versuchst mit der Zielgruppe der Besserverdienenden und Gebildeten zu kommen: Selbst deutsche Manager lesen Studien in englischer Sprache nicht oder nur mit Widerwillen. Wenn ich nach Frankreich gucke (in anderen Nationen ist es wohl ähnlich): Dort könnten bspw. Ingeneure durchaus Englisch, aber es wird einfach nicht verwendet, auch in internationalen Konzernen. Können heisst noch lange nicht verwenden …

Und wenn Du genau liest, dann wirst Du auch das Argument finden, warum spanisch-sprechende Menschen so eine tolle Zielgruppe sind: Sie haben ein Vielfaches an Geld zur Verfügung im Gegensatz zu China oder Indien. Ich habe ja auch geschrieben, dass China und Indien in den nächsten 10 - 15 Jahren kein wirklich lukrativer Markt sind. Musst mal genauer lesen das nächste mal bevor du kommentierst … das habe ich auch bei Deinen Kommentaren auf anderen Blogs gemerkt.

Das gleiche gilt übrigens für Deine Aussage mit Hindi … das sprechen nämlich deutlich weniger Menschen als Spanisch. Um Dein gesundes Halbwissen aufzubessern –> Indien =! Hindi && China =! Mandarin

In diesem Sinne

Matthias

Hindi ist die Lingua Franca in Nord-Indien und Pakistan (dort Urdu genannt) und wird von mehr als einer halben Milliarde Menschen verstanden. Die Zahl der Hindisprecher (nicht Muttersprachler) dürfte damit mehr als doppelt so groß sein wie die der Spanischsprecher.
In welcher Sprache ich suche hängt vom Thema ab. Zwar ist es so, dass es sehr viel Literatur auf Deutsch gibt. Dennoch finde ich zu vielen Themen nichts geeignetes in meiner Muttersprache. Was glaubst Du, wie es Norwegern, Ungarn oder Phillipinos geht?
Ich verstehe nicht genau, wieso Du unhöflich werden musst. Über mein Bildungsniveau brauchst Du Dir jedenfalls keine Sorgen zu machen. Deine wesentlichen Schlussfolgerungen habe ich noch nicht einmal angezweifelt. Alleine die von Dir zitierte Statistik finde unglücklich ausgewählt, weil sie alleine die Zahl der Muttersprachler berücksichtigt. Du sprichst etwas weiter unten ja auch von den Portugiesen und Braslianern, die Spanisch verstehen. Für andere Sprachen wie Englisch und Hindi gilt nunmal das gleiche. Englisch wird auch von Dänen und Holländern verstanden, und ein Punjabi oder Gujerati versteht Hindi.

Allo Übersetzer,

erstmal Entschuldigung, war vielleicht doch ein bißchen hart.

Mich freut es aber dass Du mit mir einer Meinung bist, dass schiere Masse noch keinen Markt machen. Wenn ich Dich zusätzlich mal zitieren darf -> “Zwar ist es so, dass es sehr viel Literatur auf Deutsch gibt. Dennoch finde ich zu vielen Themen nichts geeignetes in meiner Muttersprache.” DAS ist doch die goße Chance! Ich SUCHE in meiner Muttersprache und finde etwas (bei vergleichsweise wenig Konkurrenz) … das ist doch klasse.

Mein Argument war ja: Man sucht zuerst in der Muttersprache. Dann evtl. in anderen Sprachen. Es sprechen ja auch vergleichsweise viele Deutche spanisch ;-)

Für mich hinken eben die so hochgelobten Inder und Chinesen den südamerikanischen Schwellenländern so um 15 Jahre hinterher was die Pro-Kopf-Kaufkraft angeht. Und wenn ich eine Sprache als Zielgruppe nehme, dann hat eben Spanisch enormes Potential.

Ja, ich weis dass man die “Spanier” nicht als homogene Masse betrachten darf … ich schreib auch dazu was in den nächsten Tagen.

Sind wir wieder gut.

Matthias

China - das (Alb)Traumland

Manchmal hat man ganz ungern Recht. Als ich vor einem Jahr auf einem Blog darauf hingewiesen habe, dass China den nächsten Magnetschwebezug nicht mehr kauft, sondern selbst baut, wurde mir wieder einmal nicht geglaubt. Dass diese Technologie nicht in …

[…] Überhaupt ist es ekelhaft anzusehen, wie westliche Konzern-Manager in die volksrepublikanischen Machthabern rektal hineinkriechen. Und dabei zeigt sich doch immer deutlicher, mit welchen Problemen das Unrechtsregime zu kämpfen hat. Zweistellige Wachstumsraten, mit wettbewerbswidrigen Methoden und auf Kosten der Umwelt erkauft, können über den labilen Zustand der Volksrepublik nicht hinwegtäuschen. Man muss kein Prophet sein, sondern nur seine Augen aufmachen, dann wird man sehr schnell erkennen, dass sich Investitionen in China auf Dauer nicht lohnen. China wird auf die nächsten 20 Jahre keinen interessanten Binnenmarkt entwickeln können, ganz im Gegensatz zu Indien und Brasilien. […]

[…] Der Chef-Analgeberater der Deutschen Bank, Klaus Martini, lobt in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL die Politik von Lula da Silva, des sozialistischen Präsidenten Brasiliens. Verständlich, denn mit der Wirtschaft geht es aufwärts, wie übrigens in den meisten südamerikanischen Staaten. Grund ist der Rohstoffreichtum, der erstmals auch der breiteren Bevölkerung zugute kommt und somit das Wirtschaftswachstum stützt. Ich sehe eine rosige Zukunft für den vergessenen Teilkontinent voraus mit vielen Geschäftsmöglichkeiten gerade im Online-Bereich. Welche Power hinter der spanisch und portugiesisch sprechenden Weltbevölkerung steckt, hab ich bereits im Januar (Think of Hispanic) geschrieben. Ein schönes Beispiel ist orkut, das Community System von Google, das praktisch innerhalb weniger Wochen von Brasilianern übernommen wurde. Daher ist orkut auch prima geeignet, sich in den Markt der Zukunft “einzufühlen”. […]

[…] Der Google CEO Eric Schmidt aüßert sich in der “The Times of India” zu seiner Vorstellung über die Zukunft des Internet. Vor China sieht er Indien in 5 bis 10 Jahren als den größten Wachstumsmarkt im Internet und die indische Hauptsprache “Hindi” (nicht Hispanic ;-)) als drittstärkste online Sprache der Welt neben englisch & chinesisch. Als überzeugter Indien-Fan übrigens schon lange meine Rede ;-) Kompletter Artikel “Google predicts India will be largest net mkt” in “The Times of India”: Google’s chief executive Eric Schmidt has predicted that India and not China will become the world’s biggest Internet market in “about five or ten years from now, based on current trends.” And what’s more, Schmidt’s other futurist view is that Hindi, not Hispanic, could become one of the world’s three Internet languages, in conjunction with English and Chinese. […]

Einen Kommentar schreiben

(required)

(required)


Hinweis: Für Kommentare mit eindeutig werblichen Inhalt werden ggf. 500 EUR,- (zzgl. der gültigen MwSt.) in Rechnung gestellt.

Geschützt durch SpamBam
(231806 Spamkommentare gefiltert)